Von der Kritzelei zur Klarheit
Dieses Bild ist heute Morgen in einem Meeting entstanden.
Ja. Ich war aufmerksam.
Ja. Ich habe zugehört.
Und ja – meine Hand musste trotzdem etwas tun.
Eine kleine „Guten-Morgen-Kritzelei“.
So unscheinbar.
Und gleichzeitig steckt darin für mich alles, was Visualisierung ausmacht.
Und wenn man genauer hinschaut, merkt man:
Kein Element ist zufällig.
Manche Elemente unterstützen.
Manche heben hervor.
Manche geben Wichtigkeit.
Manche schaffen Struktur.
Manche erzeugen Hierarchie.
Kein Element ist zufällig.
Manche Wörter springen euch an.
Andere ordnen sich unter.
Manches bekommt Gewicht.
Manches schafft Verbindung.
Manches strukturiert einfach still im Hintergrund.
Genau das ist das Wesen von Visualisierung.
Es geht nicht darum, „schön zu malen“.
Es geht darum, Bedeutung sichtbar zu machen.
Gedanken zu ordnen.
Relevanz zu steuern.
Orientierung zu geben.
Ich entscheide mit dem Stift:
Was ist wichtig?
Was gehört zusammen?
Wo darf das Auge zuerst landen?
Was hier wie eine spontane Spielerei aussieht, war ein Prozess:
Ausprobieren. Verschieben. Verstärken. Weglassen.
Verstehen, wie Form Wirkung erzeugt.
Visualisieren ist für mich kein Ergebnis.
Es ist Denken in Echtzeit.
Und genau das versuche ich meinen Teilnehmer:innen in Workshops zu vermitteln:
Visualisierung ist kein Talent.
Es ist ein bewusstes Gestalten von Bedeutung.
Man darf anfangen zu kritzeln.
Und plötzlich merkt man:
Struktur entsteht.
Klarheit entsteht.
Verständnis entsteht.
Vielleicht ist genau das der schönste Moment.
Wenn aus einer scheinbar beiläufigen Kritzelei ein sichtbarer Gedanke wird.





